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Kas - Antalya: Eine Blaue Reise ins Land der Lykier Wer oben Ski fahren und unten baden will, findet alles dafür im Golf von Antalya. Zumindest bis Mai und ab September. Eineinhalb Autostunden von Kemer entfernt ist man im Hochgebirge mit einsamen Almen, Skipisten, Skiverleih und Schlepplift. Der einzige Ort, den Alexander der Große nicht einnehmen konnte, das Felsnest Telmessos, liegt ebenfalls in greifbarer Nähe. Wäre nicht links das offene Mittelmeer, hätte der Reisende das Gefühl, auf einem Alpensee zu schippern, so gipfelreich ist das Panorama.
Ausgangspunkt für unsere Blaue Reise ist Kas. Von hier ist es nur eine Tagesstrecke ins Buchtenparadies rund um die Insel Kekova. Versunkene Sarkophage, byzantinische Ruinen, eine seldschukische Festung und urige Tavernen warten darauf, entdeckt zu werden.
Kekova, die 'Heimat der Sonne', ist sowohl der Name des Ortes als auch eine Sammelbegriff für die vielen kleinen Buchten, Inselchen und alten Siedlungen in der Umgebung. Diese Buchten sind samt und sonders natürliche Häfen, welche uns Guletreisenden die herrlichsten Ankerplätze bieten.
Am Nordufer der Kekova-Insel lag die antike Stadt Apollonia. Sie wurde von einem Erdbeben zerstört und verschwand unter der Wasseroberfläche. Eine Kirchenruine findet sich in der Xera Bucht (auch Tersane Bucht). Auf der Festlandseite führt eine schmale, aber tiefe Einfahrt in die völlig abgeschlossene Kaleüçagiz Bucht zu dem gleichnamigen Dorf. Schon in der Antike befanden sich hier zwei Orte: Teimiussa und Simena. Die Hügel und Felder sind von vielen Sarkophagen übersät.
Von weitem ist der Hauptort Kale an seiner mit Zinnen gekrönten Festung zu erkennen. Zwischen der Klippen steuert der Kaptan das Schiff vorsichtig auf den Ankerplatz zu. Beim Aufstieg zur mittelalterlichen Burg, übernehmen meist Kinder die Führung. Die Burg steht auf antiken Fundamenten. Von oben genießt man einen herrlichen Rundblick über die Lagune. Schützend liegt die Insel Kekova im Süden wie eine Mole vor dem Ankerplatz.
Nordöstlich bietet die Insel Asirli weitere versteckte Ankerplätze. Schwimmer und Taucher haben ihre helle Freude an dem glasklaren Wasser. Im Scheitel der Bucht Gökkaya Limani gibt es ein einfaches Restaurant. Von hier kann man mit einem kleinen Boot zur 2,5 sm entfernten Flussmündung des Kokar Çay hinüber fahren, wo Taxen für die Weiterfahrt nach Myra warten.
Auf den Spuren des Heiligen Nikolaus wandelt, wer nach Myra kommt. Hier lebte der Ahnherr aller Nikolause als Bischof im 4. Jahrhundert (n. Chr.). Er gilt als Schutzpatron von Taschendieben, Jungfrauen, Seefahrern und Kindern. Im Juni l997 fand im süditalienischen Bari ein Nikolausfest zur Erinnerung an die Kaufleute und Fischer statt, die im 12. Jahrhundert die Gebeine des Heiligen bei Nacht und Nebel aus der Nikolauskirche in Myra entwendet und nach Bari gebracht hatten. Aus diesem Anlass kreuzte eine Erinnerungsflotte vom türkischen Myra zum Kirchenfest nach Bari.
Das kleine ursprüngliche Städtchen Finike bietet alles, um die Vorräte aufzufrischen. In der neuen Setur Marina gibt es genügend Platz - auch für eine große Gulet. Wenn die Zeit nicht knapp ist, kann man die Strassen und Gassen der alten Stadt durchstreifen. Oder lieber im Ostteil der weitläufigen Bucht von Finike den KaraözLimani und weitere versteckte Ankerplätze zwischen Felsnasen und steilen Wänden entdecken.
Am nächsten Tag geht es "um´s Kap" herum! Kap Taslik Burun oder auch Gelidonya ist der südöstlichste Punkt der Türkei. Wind, Strom und die vorgelagerten Inselchen mit Klippen und Riffen machten dieses Kap in alten Zeiten zu einem berühmt-berüchtigten Schiffsfriedhof. Hier wurde das älteste Schiffswrack der Welt gehoben, dessen Einzelteile heute im Kastell von Bodrum zu besichtigen sind. Immer noch liegen auf dem Grund Wracks, die darauf warten gehoben zu werden. Doch Vorsicht: dies ist ausschließlich den Archäologen gestattet! Private Taucher sollten sich hüten hier auf Tauchgang zu gehen!
Als nächstes bietet die Çavus-Bucht den ersten Ankerplatz nach der Umrundung des Kaps. Die Bucht ist weiträumig. Der Kaptan sucht den Ankerplatz je nach vorherrschender Windrichtung aus. Auf der folgenden Teilstrecke fällt die schroffe, weiße Felsenküste steil in tiefes Wasser ab. Ein vorspringende Halbinsel bildet die beiden Buchten von Sazak und Cineviz Limani.
Genuesische Seefahrer gaben der Ceneviz Bucht (abgeleitet von Genuese) den Namen. Schroff und wild ist es hier; einige gezackte Felsen liegen wie Haifischzähne in der Mitte der Einfahrt. Der Platz eignet sich wunderbar zum Schwimmen und Tauchen. Sazak Limani, nur durch den Isthmus von Ceneviz getrennt, ist nur im südlichen Teil zum Ankern geeignet. Die Berge im Hintergrund sind hoch.
Die offene Reede vor dem Strand von Olympos (Çirali Limani) wird der Kaptan nur bei ruhigem Wetter anlaufen. Die Akropolis und verwunschene Ruinen im Dickicht sind zu entdecken. Wer eine längere Bergwanderung nicht scheut, wird aus der Erde züngelndes und nach Schwefel riechendes Feuer entdecken. Hier tötete Bellerophon, auf Pegasus reitend die legendäre Chimäre, ein antikes Fabelwesen mit Löwenkopf, Ziegenleib und Schlangenschwanz. Der Platz ist unter dem Namen Chimaira (Chimäre) bekannt.
Die südliche Bucht von Tekirova, das antike Phaselis, wird ebenfalls nur tagsüber bei ruhigem Wetter angelaufen, um die antike Hafenstadt zwischen Lorbeerbäumen und Kiefern zu erkunden. Tatlisu verspricht im Namen süßes Wasser, ist aber nicht mehr als eine offene Bucht. Etwas sicherer gegen nördliche Winde liegt man in der klippenumsäumten Atabükü-Bucht.
Kemer ist unsere nächste Anlaufstation. Ein Ort aus der Tourismus-Retorte mit allem was dazu gehört: Hotelkästen, Diskotheken, Supermärkten, Reisebüros, Shoppingcentern und Busbahnhof. In der gepflegten Park-Marina findet der Yachtreisende alles, was sein Schiff begehrt: einen sicheren Muringplatz, Duschen, Waschmaschinen, Yachtausrüster und Behörden (Port of Entry). Versöhnt mit Kemer wird, wer den Blick auf die unbeschreiblich schönen Gebirgsketten des Lykischen Taurus richtet.
An dieser Gebirgskette, die oben Skifahren bietet, führt die Reise nach Norden, Antalya zu. Der kleine Yachthafen unterhalb der Altstadt Antalyas wäre eine idealer Endhafen unserer Reise, gäbe es dort einen Liegeplatz. So machen wir in der außerhalb gelegenen Setur-Antalya Marina, im alten Handelshafen, fünf Seemeilen westlich, fest. Von dort gibt es einen regelmäßigen Transfer zur Stadt.
Antalya ist zum Begriff für die gesamte Türkische Riviera geworden. Ihr subtropisches Klima, ihre Blütenpracht und der Zauber ihrer Landschaft, gepflegte Hotelanlagen und gute Strände, aber auch die Fülle historischer Sehenswürdigkeiten ziehen alljährlich Tausende von Urlaubern an.
Die Stadt wird zum ersten Mal im 2. Jahrhundert v. Chr. erwähnt, als sie nach Attalos II., König von Pergamon, Attaleia genannt wurde. Später ließ Kaiser Hadrian die Stadt mit einer Mauer umgeben. Das zu seinen Ehren errichtete Osttor mit den drei Durchgängen können wir noch heute bewundern. Lange Zeit gehörte die Stadt zum Byzantinischen Reich, bis sie von den Seldschuken eingenommen wurde. Aus dieser Zeit stammt das Wahrzeichen Antalyas: das "gefurchte Minarett" Yivli Minare, ein mit blauen Fayencen verzierter Ziegelbau. Die verwinkelte Altstadt liegt zwischen Hadrianstor und Hafen.
Antalya ist der ideale Ausgangspunkt zum Besuch der sehenswerten RuinenstädteTermessos, Perge, Aspendos, Side und der Düden-Wasserfälle.
Sehenswerte Plätze am Kurs: Kas/Antiphellos, Kekova, Kale, Andriake, Myra, Finike, Olympos, Phaselis, Antalya (Termessos, Perge, Aspendos, Side und die Düden-Wasserfälle).
Internationaler Flughafen. Antalya: Entfernung nach Kas: 180 km, nach Kemer 40km, nach Antalya 12 km.
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