TŸrkei: Der Gulet-Berater - geliebte Blaue Reise an der tŸrkischen KŸste

Natur pur – das gibt es sonst nirgendwo im Mittelmeer

Irgendwann in den 80er Jahren hatte ein Minister in Ankara eine gute Idee. Er legte einen Plan vor, nach dem die Küste in touristische und nicht-touristische Gebiete unterteilt werden sollte. Und da der Plan gut war, wurde er vom Parlament verabschiedet.

Nach diesem Plan sind der Golf von Gökova südöstlich von Bodrum, der Hisarönü-Golf östlich von Datça, der Golf von Fethiye westlich der Hafenstadt Fethiye und das Revier um Kekova Naturschutzgebiete, in denen nicht gebaut werden darf.

Die übrigen Küstenabschnitte sind für touristische Projekte wie Hotels und Clubs sowie Marinas frei gegeben. Insbesondere die Bodrum-Halbinsel und die Bucht von Marmaris explodierten in wenigen Jahren und man denkt jetzt intensiv über Schadensbegrenzung und Baustopp nach.

Anders als in anderen Mittelmeerländern wie Spanien, Italien oder auch Griechenland, wo es solche Pläne nicht gab, ist so der schönste Teil der Küste geschützt und - da ohne Straßenanbindung - von Land aus nicht zu erreichen. Nur mit dem Boot, der gemieteten Yacht oder einer gecharterten Gulet, kann man in diese geschützten Gebiete hinein fahren und die Landschaft so erleben wie sie seit Jahrhunderten besteht.

Traumrevier

Es ist die unberührteste, vielfältigste und zerrissenste Meerlandschaft, die ich kenne. Vor wenigen Jahren war sie als "vergessene Küste" noch so gut wie unbekannt. Heute ist sie entdeckt, gilt aber noch immer als Tipp und letztes Paradies am Rande Europas - nur drei Flugstunden von unseren Großstädten entfernt.

Golfe und Buchten schneiden tief ins Land, Berge ragen 1.000 Meter auf und höher, Meltemi und Poyraz sind zuverlässige Sommerwinde, die die Hitze an Land und über dem Meer erträglich machen. Sie bringen die Segel zum Schwellen und das Meer zum Funkeln. Unzählige Ankerplätze bieten Schutz für die Nacht, Pinien und Kiefern drängen bis zum Wasser, Thymian, Lorbeer und Oleander wachsen wild und ungezügelt und vermischen ihren Duft mit dem Lärm der Zikaden und dem Ruf der Muezzine von den schlanken Minaretts. Dazwischen locken schattige Teehäuser und urige Tavernen zum Nichtstun und Bazare zum Stöbern. Orient ist überall, 1.001 Nacht - trotz auch hier allgegenwärtigem Handy und Internet - noch ganz nah.

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